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Stiftungen & Integration

von broemmling am 14. Oktober 2010

Nein, die böse Debatte um die beiden Herren S. reißt nicht ab und zieht immer mehr Beteiligte in den Schmutz. Jetzt geißelt der Blogger Tangsir 2569 schon die Friedrich-Ebert-Stiftung, sie würde gegen Islamkritiker hetzen – und versieht dies mit dem Hinweis darauf, die Stiftung sei vom Steuerzahler finanziert und dürfe dies ohnehin nicht. Und da sind wir mitten im Dilemma: Stiftungen haben eine ganz klare Position in diesem Streit (die man leider recht selten hört): Kärrnerarbeit vor Ort, gut geplante Projekte, die von einer Stadt, wenn sie gelingen, in die Fläche getragen werden, sind erfolgreicher und effektiver als ein Buch, das nur geschrieben ist, um endlich mal wieder in die Talkshows eingeladen zu werden, sind zielführender als ein Ausspruch, um endlich mal wieder in Umfragewerten besser dazustehen mit der eigenen Partei.
Stiftungen befassen sich seit mehr als zehn Jahren mit Integration und Migration. Davon zeugt ja nicht nur der Sachverständigenrat, den die Stiftungen vor zwei Jahren ins Leben gerufen haben. Davon zeugen Projekte wie „START“, „Chancen“ und viele weitere. Und wollen sich Sozialstiftungen weiterhin vorhalten lassen, sie förderten genetisch bedingt chancenlose Bevölkerungsgruppen. Wo haut denn mal einer mit der Faust auf den Tisch?
Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass der Brunnenvergifter S. jetzt endlich in der medialen Versenkung verschwindet und man die gelungene Integrationsarbeit fortsetzt – und sich natürlich überlegt, wie man Parallelgesellschaften und auch Deutschenfeindlichkeit begegnet, aber bitte auf einem angemessenen kulturellen und diskursiven Niveau.

Von → Allgemein